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„Wozu rathen Sie alſo?“ fragte Erna mit ge⸗ ſenktem Blick.
„Suchen Sie dem Kinde jetzt noch eine Amme, wenn Sie ſicher ſein wollen, daß Sie es aufbringen.“
„Und wenn es nicht geſchieht?“
„Dann ſtehe ich für nichts. Möglich, daß es auch ſo durchkommt, man hat wunderbare Beiſpiele, aber das Wahrſcheinlichere iſt, daß es allmälig hinſiecht und hinſchwindet und zuletzt verwelkt wie ein Pflänzchen, das nicht im rechten Boden ſteht.“
„Gibt es gar kein Mittel ſonſt?“ ſagte Erna, die Hände ringend.
„Auch möglich“, ſagte der erfahrene Arzt,„daß Sie Glück haben mit dem neu erfundenen Erſatz der Muttermilch. Probiren Sie es, ich habe ſchon merk⸗ würdige Erfolge geſehen.“
„Gott ſei gelobt, daß Sie das ſagen, Herr Me⸗ dicinalrath. Sie nehmen mir einen Stein von der Seele. Ich muß nämlich offen geſtehen, daß ich dies Mittel ſchon verſucht habe, aber ich traute mich nicht davon zu reden. Sehen Sie, hier iſt das präparirte Malz, hier die Milch, hier der Seiher und das Maß und alles Nöthige, wie es vorgeſchrieben iſt.“
Dabei zog ſie den Kaſten einer Kommode auf, und ſämmtliche Utenſilien zur Bereitung der


