Teil eines Werkes 
2. Band (1873) Die neue Hagar / von Julius Grosse
Entstehung
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bloße Luſtpartie macht man nicht bis zum Felſenge⸗ birge von Utah. Verrechne Dich nicht, mein Schatz. Das ſind leere Träume.“

„Man kann Alles, was man will“, ſagte Erna mit feſtem Tone.

„Ja, ich durchſchaue Dich, Erna,„Du denkſt, ſolch eine Ueberſiedelung könnte uns helfen. Ja, wenn man noch jung wäre, wer weiß, was ich thäte, aber mein

Kind, es würde Euch beiden nichts nützen. Ich will

nicht ſagen, daß ich frivol genug wäre, Euch zu täu⸗ ſchen und binnen Jahresfriſt es bis auf vier Weiber zu bringen. Nein, das Unſelige wäre auch hier nicht geſchehen mit freiem Willen. Darin kennſt Du mich, Erna, wie ich Dich kenne. Freilich, wenn Du mich im Schlaf gegen mein Wiſſen und Wollen hinverſetzen könnteſt zu den Heiligen der letzten Tage, Du thäteſt es, Du biſt die Frau dazu; aber laß gut ſein, Erna, ich werde ſchon aufpaſſen, daß mir nicht wieder ein⸗ mal etwas Menſchliches paſſirt wider meinen Willen. Das iſt ſchlimmer als ein bewußtes Verbrechen!“ Seit dieſer Erklärung hatte Erna nicht gewagt, auf dieſes Thema zurückzukommen, und lange Wochen waren eintönig und ereignißlos vorübergegangen; die Wochen, aber die Sonntage waren ganz anders; an den Sonntagen ſchien Carlman ein ganz anderer Mann zuſein.

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