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Graf Fedor ſaß ſchweigend und bleich wie der Tod neben mir. Ich muß ſagen, er that mir aufrich⸗ tig leid, denn die Vermuthung wollte mich nicht ver⸗ laſſen, daß Graziana vielleicht ſchon geſtorben ſei, be⸗ vor er Wiesbaden wieder erreichen würde. Ich zürnte faſt der vorſichtigen und doch unbedachten Frau Axinia, daß ſie ebenſo, wie es Andere thun, ihr Telegramm in räthſelhaft lakoniſche Kürze gehüllt, ſtatt ausführli⸗ cher gleich die volle Wahrheit zu ſagen. Die ernſte, ei⸗ ſerne Miene des Grafen ſagte, daß ihn wohl ähnliche Gedanken und Befürchtungen bewegten.
„Laſſen Sie mir Nachricht zukommen, ſobald etwas Entſcheidendes geſchehen“, ſagte ich.„Der Schluß Ih⸗ rer Geſchichte intereſſirt mich jetzt nach Allem, was ich erfahren, aufs höchſte.“
„Man wird Ihnen dieſe Nachricht mittheilen“, ſagte der Graf mit dem Tone eines Kranken, der auf dem Sterbebette liegt,„und dann halten Sie Wort. Schreiben Sie Alles, wie ich es Ihnen erzählt habe,
wortgetreu und ohne Ausſchmückung. Man wird
Ihnen dies Werk danken, auch wenn ich ſelbſt es nicht mehr leſen ſollte. Vielleicht wird man von mir dann richtiger denken lernen und mein Loos milder beur⸗ theilen. Daran liegt mir am meiſten und nun leben Sie wohl. Da iſt das Hotel zum Kaiſer.“


