Teil eines Werkes 
1. Band (1873) Graziana / von Julius Grosse
Entstehung
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als meinen älteren Bruder wie einſt betrachtete, ſo wirken ſolche Superioritätsverhältniſſe der Jugendzeit doch lebenslang fort. Er ſchlug auch gleich wieder den alten Ton aus jener Convictszeit an und ſpielte dabei mit dem Charivari ſeiner ſtählernen Uhrkette.

Kleiner Graf, ſagte er, ich muß heute endlich ein ernſtes Wort mit Dir reden, denn Du biſt eigent⸗ lich ein undankbarer Menſch. Ich will Dir auch ſagen, warum. Ich führe Dich in dieſe Familie ein, in der Abſicht, Dir Gelegenheit zu geben, Deine wilden Sitten etwas zu verfeinern, denn Du brauchſt noch ſehr viel, um den ruſſiſchen Bären auszuziehen, der noch in Dir ſteckt. Du aber ſcheinſt meine gute Abſicht falſch zu verſtehen. Du denkſt, ich habe Dir Gelegenheit zu einem Abenteuer geben wollen, aber hierin, muß ich Dir bemerken, befindeſt Du Dich in einem ſtarken Irr⸗ thum.

Die Ruhe, mit welcher er dies Alles in hofmeiſtern⸗ dem Tone ſagte, ſtimmte auch meine Erregung ſofort herab, und ich erwiderte ihm:

Ich bin Dir ſehr dankbar für Deine wohlwollende Sorge um meine Bildung und bin glücklich, in einem welterfahrenen Freund ein ſo leuchtendes Vorbild zu haben. Gleichwohl kommt mir die Weiſung in Betreff der Familie etwas unweltmänniſch vor. Im Punkt