Teil eines Werkes 
1. Band (1873) Graziana / von Julius Grosse
Entstehung
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köpfigen Calibans, für welche die Weiber eine gewiſſe Schwäche haben. Es iſt, als ob nach einem großen Ausgleichungsgeſetz auf die größte Schönheit der Frauen gerade der häßlichſte Mann die meiſte Anwartſchaft habe. Wer die Mhthe von Venus und Vulcan er⸗ dacht, war jedenfalls ein tiefſinniger und welterfahre⸗ ner Menſchenkenner. Und völlig ein Vulcan war auch Vetter Anatol; ſeine Erlebniſſe mit reizenden Frauen gäben ebenſo viel intereſſanten Stoff für die Darwin'ſche Lehre von der Zuchtwahl als für die Aeſthetik des Häßlichen und die Goltz'ſche Charakteriſtik der Frauen, denen die beauté du laid allezeit gefährlicher war als die Schönheit eines Antinous.

Daß dieſer Menſch Abſichten auf die holdſelige Graziana haben ſollte, war mir ganz undenkbar und auch ſonſt nicht bemerklich, zumal ſich faſt ſämmtliche alte

und junge Herren um die ſeltene Schönheit drängten,

um ihr ihre Huldigungen darzubringen.

Graziana zeichnete keinen beſonders aus, ſondern ließ ſich alle Beweiſe von Ergebenheit mit der Würde einer Königin gefallen; aber es gibt kleine Zeichen, die nur dem Eingeweihten und Bevorzugten verſtändlich ſind.

Daß ich ſie zuweilen nach dem Geſpenſterhauſe oder nach dem andern Seeufer rudern durfte, wo wir