Teil eines Werkes 
1. Band (1873) Graziana / von Julius Grosse
Entstehung
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unbekannt, ſeine Familie lernte ich hier zum erſten Mal kennen.

Von der Mutter will ich nicht viel ſagen. Einige meinten, der General habe ſie aus ſeinen Leibeigenen zu ſich emporgehoben. Andere ſagten, er habe dieſen Edelſtein gleichſam auf der Straße gefunden. Bekannt war, daß er ſie in einem deutſchen Inſtitut nothdürf⸗ tig hatte ausbilden laſſen, bevor er ſie heirathete. Da⸗ her ſtammte auch ihre Vorliebe für Deutſchland. Jetzt, als ich ihre Bekanntſchaft machte, war Frau Axinia längſt über die Blütenjahre hinaus; aber ſie ſchien es nicht merken zu wollen. Ohne Geſchmack mit Putz und Schmuck überladen, erſchien ſie nie anders als im jugendlichſten Aufzug, und die Koſtbarkeit der Stoffe wurde nur von den grellſten, ſchreiendſten Farben überboten. Außerdem wußte ſie ſämmtliche europäiſche Sprachen, ſoviel ſie Brocken davon erhaſchen konnte, in einer Weiſe zu mißhandeln, von der ich Ihnen leider keine Vorſtellung geben kann. Das mußte man hören, aber glaubhaft erſchien es mir, daß der General ſeine Frau nur deshalb allein reiſen ließ, um ſich nicht überflüſſig mit ihr zu blamiren. Allzuweit war er übrigens niemals und kam ab und zu perſönlich, beſonders ſobald das Steppenzelt dieſer Nomaden⸗ exiſtenz weitergeſchoben werden ſollte. In der Zwi⸗

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