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jeden Abend neue Anziehungskraft zu üben und ihren Mitgliedern unvergeßliche Stunden zu bereiten.
Wie geſagt, es war heute luſtiger als ſonſt. Nur ein Geſicht unter allen war ernſt und in ſich ge⸗ kehrt. Dieſer eine war ein Fremder, der ſich ſchon ſeit einigen Abenden eingefunden und in zwangloſer Weiſe der Geſellſchaft angeſchloſſen hatte. Er war auch den Einzelnen vorgeſtellt worden, aber Niemand hatte den Beſcheidenen beſonders beachtet. Gleich⸗ wohl mußte er Den, welcher ihm Aufmerkſamkeit ſchenkte, mehr und mehr feſſeln. Der Fremde war eine ariſtokratiſche Geſtalt von diſtinguirtem Gepräge. Die ebenmäßigen Züge ſeines Geſichts trugen einen ungewöhnlich ſtrengen Ausdruck und die feinen, ſchar⸗ fen Linien deſſelben ließen auf einen unbiegſamen Charakter, auf jähe Leidenſchaften und große Energie ſchließen. Rur zuweilen ward die eiſerne Härte von einem Zug unſagbarer Weichheit gemildert, und beſon⸗ ders ſtand der ſanfte Blick des großen Auges in ſelt⸗ ſamem Contraſt zu den finſteren Runzeln der breiten Löwenſtirn.
Er ſprach wenig, lachte nie und machte vollkom⸗ men den Eindruck eines Maunes, auf dem lange ein ſchweres Geſchick gelaſtet, deſſen Spuren, auch nachdem es überwunden, auf Lebenszeit unverwiſchbar bleiben.


