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ſtändniſſe ertragen, ja ſie wurzelt nach ſolchen Stür⸗ men um ſo feſter. Schon Cicero ſagt in ſeinem herr⸗ lichen Werke De amicitia—“
„Verſchonen Sie mich mit Ihrer Schulweisheit!“ rief der alte Herr.„Ich haſſe dieſe Nachmittagspredigten wie Rattengift!“„*
„Sie haben Recht, Herr von Thymian“, ſagte ich und trat näher.„Wir brauchen keine alten Römer, um uns auf gut deutſche Art Troſt und Muth zuzu— ſprechen. Nur mit innigem Bedauern habe ich Ihr letztes Mißgeſchick neulich abends getheilt. Sie müſſen ſich von ſolchen Erfahrungen nicht allzutief niederbeu⸗ gen laſſen. Ich will mir kein Urtheil erlauben, aber die Menge iſt allzeit lieblos und unverſtändig geweſen.“
„Herr, wovon reden Sie eigentlich?“ unterbrach mich Herr von Thymian abermals heftig.
„Ich meine den Abend vorgeſtern“, ſagte ich. „Gern hätte ich Ihrem Werke ein beſſeres Schickſal, aber natürlich auch eine andere Geſtalt gewünſcht!“
Dieſer Verſuch, dem Bemitleidenswerthen etwas Angenehmes zu ſagen, mochte allerdings nicht beſonders glücklich gewählt ſein, aber es war, als ob mir ein böſer Genius jene Worte auf die Zunge legte, und ich ſollte es bald genug bereuen, nicht vorſichtiger geweſen zu fein.


