Teil eines Werkes 
1. Bd. (1871)
Entstehung
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ſorgen. Hier ſind auch Ihre beiden Briefe wieder zu⸗ rück. Nie in meinem Leben betrete ich jenes Haus wieder.

Ich erkannte die ſchöne, ſonſt ſo gemeſſene und elegante Frau nicht wieder, ſie war in einem Zuſtande der Empörung und Indignation, wie ich ſie noch nie⸗ mals geſehen hatte.

Aber was iſt Ihnen, theure Freundin? Sie haben doch nicht etwa einen Auftritt mit dem alten Herrn gehabt?

Ja, etwas dergleichen, ſagte ſie mit heiſerer Stimme und drückte ihr Tuch an die Augen, dann faßte ſie ſich allmälig und berichtete.Ich traf Gret⸗ chen allein, ſie hat Alles geleſen und bitterlich geweint. Es iſt ſo, wie Sie ſagen; ihr Vater hat ſie abſichtlich getäuſcht und hintergangen, um Sie in ihren Augen herabzuſetzen. Das gute Kind hat den Gedanken dieſer Argliſt gar nicht faſſen können; endlich hat ſie in aller Eile dieſe Zeilen geſchrieben. Kaum aber hatte ich das Zettelchen verborgen, als der Vater hereintrat und zornſchnaubend auf mich losfuhr. Er nannte mich eine Zwiſchenträgerin und Kupplerin, ver⸗ bot mir ſein Haus für immer und drohte im Noth⸗ fall mit der Polizei. Ich kann Ihnen gar nicht ſagen, mit welchen Injurien er mich überſchüttete. Er ſchien