Teil eines Werkes 
1. Bd. (1871)
Entstehung
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177 vernichtendem Blicke maß. Ich grüßte ſie nochmals, aber ſie erwiderte mit flüſterndem Tone:Ich kenne Sie nicht, mein Herr, und dann folgte noch ein Wort, das ich nicht verſtehen konnte, aber es klang wie:Ich verachte Sie!

Das war mir doch zu viel. Kaum meiner mäch⸗ tig, zog und zerrte ich das kleine Fräulein, das ſich immer feſter an mich anklammerte, durch die Maſſen dem Ausgang zu. Fräulein Cöleſtine ſchien aber gar keine Eile zu haben. Der Wagen ſei doch noch nicht da, ſagte ſie mit ſüßeſtem Tone, und ſie wollte durchaus zu Fuß nach Hauſe geleitet ſein. Die Mondnacht ſei ja ſo himmliſch ſchön, beinahe wie in Caſtellamare.

Zum Glück aber regnete es draußen, und ich ſchob die kleine Perſon ohne weiteres in die nächſte Droſchke. Auf Wiederſehen! flüſterte ſie.Laſſen Sie morgen ja von ſich hören. Ich hatte aber keine Geduld, ihre fernern Dankſagungen mitanzuhören, ſondern eilte davon.

Es gab nur einen Weg für mich, und der hieß: ſofort zu Frau Coraly. Sollte es nur denkbar ſein, daß jenes infame Gerücht zu ihren Ohren gekommen? O das war möglich, aber daß ſie es glauben konnte, das war unmöglich, und welchen andern Grund in

der Welt konnte die Dame haben, mich ſo zu behandeln? Groſſe Der neue Abälard. I. 12