meiſter geworden, und ich werde ſpäter bei Gelegenheit Einzelnes daraus zu erzählen haben.
Bisher hatte ich nie darüber nachgedacht und es ganz natürlich gefunden, daß man ſich plagen müſſe, um mit Ehren durchzukommen und ein beſcheidenes Plätzchen zu erobern. Warum empfand ich heute zum erſten Male die Ungleichheit in der Austheilung der äußern günſtigen Bedingungen mit einer Bitterkeit, die mir die reinen und großen Empfindungen n Sonntags vergiftete?
Niemals auch hatte ich bisher daran gedacht, ei⸗ nen eigenen Hausſtand zu gründen. Warum auch! Großmütterchen ſorgte für mich, und auf wen hätte ich armer Teufel je mein Auge zu richten wagen dürfen! Und heute kam dieſer Gelbſchnabel herein und zeigte mir den Zaubergarten des Lebens voll Blumen und Strahlen! Er darf ſich erlauben, anzu⸗ klopfen, und unſereiner muß draußen vor der Thür bleiben wie ein Bettler! Die Jahre verrinnen in Ar⸗ beit und Mühſal, in Aufopferung und Selbſtbetäubung, und wenn es uns zuletzt einfällt, daß wir vielleicht auch ein Recht hatten, glücklich zu ſein, wie Andere, ſind wir inzwiſchen zu alt geworden, und die goldenen Tage der Jugend, wo Alles glückt, wenn man Alles wagt, ſind unwiederbringlich verflogen!
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