18
konnte ich ihn am leichteſten mit der Familie bekannt machen.
So war die Abrede, und der glückliche Freier glänzte wie ein ſonniger Pfingſtmorgen. Er flüſterte mir noch einen ganzen Berg von verbindlichen und überſchwänglichen Redensarten zu, verſprach mir, ich weiß nicht was, und malte ſein Glück im voraus mit den glühendſten Farben— ich konnte mich des ſtürmiſchen Verliebten kaum entledigen. Endlich empfahl er ſich, eine Wolke von Wohlgerüchen zurücklaſſend, denn ein
—
ganzes Flacon ſchien er in ſein ſeidenes Tuch geſchüttet zu haben.
Der ſeltſame Beſuch und das noch ſeltſamere An⸗ ſinnen gaben mir zu denken.
Allerdings war ich mit der Familie des Herrn von Thymian bekannt und hatte früher Unterricht in ſeinem Hauſe gegeben.
Da dieſer wunderliche Herr in der Folge eine merkwürdige Rolle zu ſpielen hat, ſei es erlaubt, den Leſer hier ſchon mit ihm bekannt zu machen. Herr von Thymian war ein reicher, unabhängiger Privat⸗ mann, noch in jenen beſten Jahren des Lebens, wo die Grillenhaftigkeit und die launiſchen Anwandlungen des kommenden Alters als intereſſante Beweiſe von Origina⸗ lität gelten. Früher Banquier in mäßigen Glücksum⸗


