Teil eines Werkes 
1. Bd. (1871)
Entstehung
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wandte mich, und richtig, die Zimmerthür ſtand offen, auf der Schwelle aber zeigte ſich ein junger Menſch, der ſich mit vielen lächerlichen Kratzfüßen näherte.

Um Verzeihung, ſagte der junge Mann.Ich habe dreimal vergeblich angeklopft Sie ſcheinen mich nicht gehört zu haben. Wollen Sie es nicht un⸗ gütig aufnehmen, wenn ich mir die Freiheit nehme Und nun folgte ein ganzer Schwall der üblichſten und fadeſten Redensarten.

Ich ſah mir den Menſchen jetzt näher an, dem ich am liebſten die Thür gewieſen, wenn nicht der Tag des Herrn und das Gerhardt'ſche Lied mich milder ge⸗ ſtimmt hätten.

Es war Herr Gabriel Sommervogel von der Mohrenapotheke, ein Menſch, mir zuwider wie Gift und Operment, ich wüßte jedoch nicht zu ſagen, wes⸗ halb. Wir waren vor Zeiten einmal einige Stunden in einem Stellwagen zuſammen gefahren, ſeitdem grüßte mich der junge Mann; ſpäter, als Großmütter⸗ chen krank wurde und ich häufig in die Apotheke kam, wurde der Herr immer zuthulicher und ſuchte mich ſtets in lange Geſpräche zu verwickeln.

Es war wie geſagt nichts an ihm auszuſetzen nach dem Urtheil der Leute und beſonders der Frauen.

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