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aus jener grauſamen Nothwendigkeit zu befreien, ſich fur einen elenden Preis hinzugeben, um nur nicht zu verhungern, und auf dieſem Wege die Gel egenheiten zur wohlfeilen Unzucht und zur Ab wechſelung zu vermindern, um das maͤnnliche Geſchlecht zu einem geregelten und naturgemäßen Umgang mit dem weib⸗ lichen zuruckzufuͤhren, andererſeits aber das maͤnnliche Geſchlecht in den Stand zu ſetzen, ſich zu verheirathen.
Helene machte dieſe Entdeckung nicht vergeblich. Sie ſetzte auf ſich einen hohen Preis. Durch Vermitt⸗
lung einer dienſtfertigen und erfahrenen Frau gelang es ihr— der mit Schande Bedeckten, welche alle Schickſale ihres Gewerbes
Polizeidiener, alle Straßenritter, alle Pflaſtertreter und Libertins der Stadt kannte, ihre unſchuld an einen wolluͤſtigen Greis zu einem Preiſe zu vermarkten, der ſie in den Stand ſetzte, ein eigenes Hausweſen zu be⸗ gruͤnden. Die ver meinten Erſtlinge des Dienſtmaͤdchens wurden erſtanden, und fuͤr den Preis beſorgte Helene eine anſtaͤndigere Garderobe, nach dem Muſter der gewoͤhnlichen Griſetten: ein einfaches Kleid, ein Huͤt⸗ chen von auffallender Farbe und Facon, falſchen Schmuck und Handſchuhe. So ausgeſtattet begann ſie ihr Ge⸗ werbe mit abwechſelndem Gluͤck. Sie ließ ſich als Naͤhterin polizeilich einregiſtriren, ſie beobachtete mit Vorſicht alle polizeilichen Vorſchriften, ſie fand ſich ab mit dem Aufſichtsperſonale— und hatte nicht wie⸗ der das ungluck in die Haͤnde der Polizei zu fallen,
macht, welche alle


