Teil eines Werkes 
1. Bd. (1846)
Entstehung
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Bravo faß an! riefen lachend und jubelnd die Cavaliere; mit Muͤhe befreiten die Gäſte den Buͤrger aus der eiſernen Fauſt des Leibeigenen. Still murrend zerſtreuten ſich die mit der Scene Unzufrie⸗ denen; doch Niemand wagte es, die Herren Cava⸗ liere in ihrem abſonderlichen Vergnuͤgen zu ſtoͤren. Sie befahlen unumſchränkt auf dem Balle. Die Mu⸗ ſik begann wieder. Die Paare ſtellten ſich zu einer Frangaiſe, als Graf Banya dem Orcheſter zurief: Ungariſch, ihr Kerle! und eine Boͤrſe dem Kapellmeiſter geradezu an den Kopf warf.

In wenigen Secunden waren alle Noten durch⸗ einander geworfen und bald winſelte eine jener wild melancholiſchen Tanzweiſen durch den Saal, welche man von jenen jammerſeligen Zigeunergeigen auf der Puszta zu hoͤren gewohnt iſt.

Niemand im Saale ſchien des ungariſchen Na⸗ tionaltanzes kundig zu ſein. Das kummerte den Gra⸗ fen wenig. Er ſelbſt wollte als Tänzer figuriren und ſuchte nur ein Mädchen, welches mit ihm tanzen konnte. Als man ſein Vorhaben gewahr wurde, machte man halb neugierig, halb ehrerbietig Platz, und Franzi⸗, welche laͤngſt den Graſen mit ſtiller Bewunderung angeſtarrt hatte, die Geliebte des Buͤchſenſpanners Jo⸗ hann, eine Veszprimerin, trat mit einem Knix hervor, küßte dem Grafen die Hand und gab zu verſtehen⸗ daß ſie den Tanz verſtehe, welcher dem gnädigen Herrn beliebte, ohne auf die eiferſuchtige, grimmige Unruhe