zu rechtfertigen, zog er eine große Brieftaſche von rothem Saffian aus der Bruſttaſche, nahm einen Bankſchein von 1000 Fl. aus derſelben, entfaltete ihn vor Aller Augen, betrachtete ihn gegen das Licht, faltete ihn dann in einen ſchmalen Streifen zuſammen, brachte ihn als Fidibus an's Licht und ſteckte ſich die Tabakspfeife damit an.
Allgemeine Ueberraſchung, Erſtaunen— athem⸗ loſes Verſtummen— dann Fluͤſtern durch den gan⸗ zen Saal— ein Gemurmel der hoͤchſten Verwunderung — was den Grafen, der ganz phlegmatiſch den koſt⸗ baren Fidibus an ſeiner Pfeife langſam zu Aſche bren⸗ nen ließ, im hoͤchſten Grade befriedigte.
„Welche Tollheit!“ murmelten die Verſtändigen und Nuͤchternen;„mit dem Gelde haͤtte der L— eine Familie gluͤcklich machen koͤnnen.“
„Was brummen die Wiener Windbeutel!“ kreiſchte heiſer vor Rauſch der Heiducke des Grafen, indem er mit den Fäuſten ſo gewaltig auf den Tiſch ſchlug, daß der rothe Wein aus den Glaͤſern uͤber das Tiſch⸗ tuch rann— denn an dieſem Orte gab es wenig Eti⸗ kette, die Cavaliere tranken wie Stallknechte unter ihren Bedienten;„moͤcht' ich doch, daß— teremtete— der Schwablelki ein Fidibus ware, daß ihn mein gnädiger Herr verbrennen könnte. Du Hund von einem Deutſchen, was haſt Du geſagt?!“
Damit packte der Heiducke einen anſtändigen Wie⸗ ner Buͤrger bei der Gurgel und wuͤrgte ihn.


