— 19—
Geberden gefuhlloſer Gleichgiltigkeit. Man leſe die localen Blätter und Volksſchriften: welche Unluſt zum Denken, welcher alberne Bilderkram, welche Geiſtloſig⸗ keit! Jede ernſtere und beſſere Beſtrebung bleibt ohne Theilnahme, die Geiſter haben keine Freunde. Gleich⸗ giltig gegen das Edle und Schoͤne, gleichgiltig gegen die Wahrheit, gleichgiltig gegen das Vaterland, ja gegen das eigene wie das fremde Schickſal, lebt dieſes Geſchlecht nicht mehr, nein, es ſtirbt. Nur Wolluſt und immer wieder Wolluſt reizt die Nerven dieſer depravirten Menſchheit. Faſſen wir die Erſcheinungen zuſammen; in phyſiſcher Hinſicht: Syphilis, Gicht, Skropheln, Epilepſie, Phthiſis, Ausſatz, Verkruͤppelung; in moraliſcher: Brotneid, Haß, Verleumdung, Verfol⸗ gung, Mangel an Gemeingeiſt, Liederlichkeit, Sodomie, Ausſchweifung, Habſucht, Geiz, Spionage; in geiſtiger Hinſicht: gedankenloſes, bloͤdſinniges Hinbruten, einfäl⸗ tige Sucht nach zweideutigen Bonmots, Philiſterhaf⸗ tigkeit, geiſtige Impotenz. Wer iſt die Mutter dieſer Kinder? Ich nenne ſie Euch— es iſt die
Venus vulgivaga!


