Teil eines Werkes 
1.-5. Bdchn (1855)
Entstehung
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eine Venus, die ſich von der Leinwand losgemacht, eine Hebe, die von ihrem Piedeſtal herabgeſtiegen.

Und nun wollen wir, da uns der Pinſel des Malers fehlt, es verſuchen, mit der Feder des Ro⸗ manendichters eine Idee von dieſer berauſchenden Schönheit zu geben.

Sie war, wie geſagt, im vierzehnten Jahre. Ihr Teint hatte Theil an der Lilie, an der Pfirſiche und an der Roſe, ein wenig mehr vielleicht an der Lilie, als an allem Uebrigen. Ihre hohe, am oberen Theile gewölbte Stirne ſchien der Sitz einer ſtolzen Würde, zugleich ſeltſame Miſchung! voll Sanftmuth, Verſtand und Kühnheit zu ſein. Man fühlte, zu⸗ ſammengepreßt durch dieſe Stirne, hingeſpannt gegen die Liebe und das Vergnügen, werde die Wolluſt über die gewöhnlichen Leidenſchaften hinausſpringen und, wenn es ſein müſſe, um ihre deſpotiſchen In⸗ ſtincte zu befriedigen, bis zum Verbrechen gehen. Fein, zart, aber dennoch feſt, war ihre Naſe adler⸗ artig wie die der Guiſe. Ihr Ohr zeichnete ſich klein und gerollt wie eine Muſchel von Perlmutter mit roſigem Schimmer unter ihrem beweglichen Schlafe. Ihre braunen Augen, deren Tinte zwiſchen der Kaſtanienfarbe und dem Veilchenblau ſchwebte, waren von einer feuchten und dennoch flammenden Durch⸗ ſichtigkeit unter ihren braunen Wimpern, unter ihren mit einer antiken Reinheit gezeichneten Brauen. Zwei reizende Falten vollendeten an ſeinen beiden Winkeln einen Mund mit purpurnen, bebenden, leicht geöff⸗ neten Lippen, der lächelnd die Freude um ſich her zu verbreiten ſchien, und darunter fand ſich ein Kinn friſch, weiß, gerundet und verloren in Conturen, deren

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