Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1852)
Entstehung
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hatte der Abbé ganz das Ausſehen eines Edelmannes, welcher auf Liebesabenteuer geht, oder eines verkleideten Prinzen. Er ritt nach engliſcher Art, auf ſeinen Steig⸗ bügeln aufgerichtet, und führte ſein Pferd ſehr geſchickt. Aber trotz ſeiner Geſchicklichkeit war er nichtsdeſtowe⸗ niger der kurzſichtigſte der Menſchen, und er wäre an Olympia vorübergeritten, ohne ſie zu ſehen, hätte dieſe, welche auf eine Gelegenheit lauerte, nicht gefunden, ſie biete ſich zu ſchön, um ſie zu verſäumen, und mit ihrer kleinen Falſettſtimme gerufen:

He! Abbé! Abbé!

Der Abbé erkannte dieſe Stimme, und beinahe ohne etwas Anderes zu ſehen, als eine Wolke, jedoch eine Wolke, welche wie die von Virgil eine Gottheit enthielt, ſtieß er die Sporen ſo gewaltig in die Flan⸗ ken ſeines Pferdes, indem er es nach der Seite lenkte, woher die Stimme kam, daß er das Thier beinahe über den Wagen ſpringen gemacht hätte.

Sie, ſchrie er,Sie rufen mich! wo ſind Sie, Madame, wo ſind Sie?

Ich muß Sie wohl rufen, da Sie ſo ſtolz vor⸗ beireiten! erwiederte Olympia.

Ei! verſetzte der Abbé,richte ich mich nicht nur nach Ihren Befehlen, und haben Sie mir nicht ver⸗ boten, Sie anzureden?

Gemach! ſprach ſie ein wenig bewegt von dieſen zwei Augen, welche, trotz ihrer Kurzſichtigkeit, durch die Macht innerer Flammen ſo viele Dinge ſagten, die ſie nicht begriff;können wir uns nicht als gute Freunde ſehen, ohne zu ſtreiten oder von Liebe zu reden? Ei! nein, ſeien wir vernünftig; glauben Sie mir, Abbé, Alles iſt gut mit der Vernunft.

Madame, Sie entzücken mich, erwiederte d'Hoirac, während er die Hand juchte, die ihm Olympia reichte. Wie, ich hätte das Glück, Sie zu ſehen, nicht nur wie ich ſehe, ſondern Sie auch bei Ihnen zu ſehen?

Olympia hatte dieſes auch nicht verſtanden und