Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1852)
Entstehung
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T. Rvignon.

Neapel ſehen und dann ſterben, ſagt der Neapoli⸗ taner. Wer Sevilla nicht geſehen hat, hat nichts ge⸗ ſehen, ſagt der Andaluſier. Vor dem Thore von Avig⸗ non bleiben heißt vor dem Thore des Paradieſes bleiben, ſagt der Provengal.

Wenn man dem Geſchichtſchreiber der päpſtlichen Stadt glauben darf, iſt Avignon in der That nicht nur die erſte Stadt des Süden, ſondern auch von Frankreich, ſondern auch der Weit.

Man höre, was er darüber ſagt:

Avignon iſt edel durch ſein Alterthum, angenehm durch ſeine Lage, herrlich durch ſeine Mauern, lachend durch die Fruchtbarkeit ſeines Bodens, reizend durch die Sanftheit ſeiner Einwohner, prächtig durch ſeine Paläſte, ſchön durch ſeine großen Straßen, wunderbar durch den Bau ſeiner Brücke, reich durch ſeinen Handel und be⸗ kannt auf der ganzen Erde.

Das iſt hoffentlich ein ſchönes Lob! Nun! dieſem Lobe, obgleich wir hundert Jahre nach dem, welcher es ausgeſprochen hat, kommen, werden wir beinahe nichts benehmen, und ſogar etwas beifügen.

In der That, für den Reiſenden, der den Fluß her⸗ abfährt, welchem Tibull das Epitheton Celer, Auſonius das Praeceps und Florus das Impiger gegeben hat;

Olympia von Cléves. 1. 1