Teil eines Werkes 
6. Bd. (1858)
Entstehung
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ſechzigſten Jahre eine jener Ohnmachten erkünſtelte, die ihr im zwanzigſten ſo gut ſtanden, fragte er ſie:

„Was haben Sie, Madame? laſſen Sie uns nicht länger in Unruhe, ich bitte Siei

„Ich werde ſterben,“ antwortete die Marquiſe, ohne die Augen zu öffnen.

Das hieß zu gleicher Zeit antworten und nicht antworten.*

Graf Rappt, welcher ſah, daß die Sache keines⸗ wegs ſo beunruhigend ſei, als er anfangs gefürch⸗ tet, begnügte ſich, zu ſeinem Secretär zu ſagen:

„Man muß ärztliche Hilfe herbeirufen, Bordier.“

„Unnütz,“ antwortete die Marquiſe, indem ſie die Augen öffnete, und mit Schrecken um ſich ſah.

Sie gewahrte den Abbé.

„Ah! Sie ſind es, Herr Abbé,“ ſagte die alte Betſchweſter im zärtlichſten Tone.

Dieſer Ton machte den Grafen ſchauern.

„Ja, Frau Marquiſe, ich bin es,“ antwortete der Abbö heiter;„und ich habe die Ehre, Ihnen meinen Bruder, Herrn Lavier Bouquemont, vorzuſtellen.“

„Einen Maler von großem Verdienſte,“ ſagte die Marquiſe mit dem anmuthigſten Lächeln,„den ich unſerem künftigen Deputirten von ganzem Her⸗ zen empfehle.“

„Unnöthig, Madame,“ antwortete Herr Rappt, Fdieſe Herren empfehlen ſich durch ſich ſelbſt.“

Die beiden Brüder ſenkten die Blicke und ver⸗ beugten ſich beſcheiden und mit einer ſo vollkommen gleichen Bewegung, daß man hätte glauben ſollen,

ſie geben dem gleichen Drucke nach.

„Was iſt Ihnen denn geſchehen, Marquiſe?“