Teil eines Werkes 
6. Bd. (1858)
Entstehung
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Herr, mein guter Herr Gerard,“ fuhr der Betrun⸗ kene fort, der die Wirklichkeit mit dem Traume ver⸗ miſchte,„lücklicherweiſe ſind Sie mit Ihrem Spaten gekommen und haben mich aus meiner Grube be⸗ freit. Ah! Gott ſei Dank, daß ich heraus bin; wahrhaftig, das hat Mühe gekoſtet, Herr Gerard, mein guter Herr Gerard, mein ehrenwerther Herr Gerard, und wenn ich hundert Jahre lebte, würde ich den Dienſt nimmermehr vergeſſen, den Sie mir erwieſen!“

Trotz des unaufhörlichen Hin⸗ und Herwankens und der angetrunkenen Stimme, erkannte Herr Gerard einen ſeiner Gäſte.

Es war der Landwirth.

Was wußte er? Was hatte er geſehen? Weſſen konnte er ſich erinnern?

Das ganze Leben des Elenden beruhte darauf.

„Ei der Tauſend!“ fragte der Landwirth,„wo zum Teufel ſind denn die Andern?“

„Das frage ich Sie?“ ſagte Herr Gerard.

„Nein, entſchuldigen Sie,“ beharrte der Land⸗ wirth,„ich bin's, der Sie fragt. Wo ſind ſie?“

„Das müſſen Sie wiſſen, ſuchen Sie doch Ihr Gedächtniß aufzufriſchen; was haben Sie ſeit mei⸗ nem Weggange gemacht?“

„Ich habe es Ihnen ja bereits geſagt, ehren⸗ werther Herr Gerard. Die Fliegen haben mich ge⸗ freſſen!“

„Aber ehe Sie die Fliegen fraßen,— erinnern Sie ſich denn nicht mehr?“

„Ich glaube, ich habe ein Kind getödtet!“ Hr. Gerard ſchwankte, er war nahe am Umſinken.