Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
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dem jedes Wort jedoch ihm bis in die Tiefe der Seele gedrungen war.

Es war leicht zu ſehen, daß der junge Mann gebrochen war.

Von Zeit zu Zeit hielt er ſeine Hände an die Ohren, um das Geräuſch im anſtoßenden Zimmer nicht zu hören.

Von Zeit zu Zeit rollten große Thränen über ſeine Wangen und fielen auf den offen vor ihm liegenden Brief.

Warum war Petrus, der auf den Ruf Salva⸗ tors ſo raſch ſeinen Entſchluß gefaßt, warum war Petrus blaſſer und unſchlüſſiger geworden, denn je?

Daran war der Brief Schuld, den er ſoeben von Regina erhalten, und der den Entſchluß des jungen Mannes wie Glas gebrochen.

Man erinnert ſich, daß in dem Augenblick, wo er Regina verlaſſen, dieſe ihm ein ſüßes Verſprechen für den andern Tag gegeben, einen Brief.

Nur hatte ſie ihm nicht ſagen wollen, was dieſer Brief enthalten würde.

Sie wollte mit ächt weiblicher Zartheit, daß ein Duft des Glückes, der um ſo lieblicher, weil unbekannt, dem folge, den ſie liebte.

Dieſen Brief hatte Petrus erhalten.

Er war derſelbe, auf den ſich ſeine Augen hef⸗ teten; er war derſelbe, auf den ſeine Thränen floſſen.

Und wirklich, man wird ſehen, daß er viel Glück verſprach und daß man lang und ernſtlich über den Verluſt eines ſolchen Glückes weinen konnte.