LN. Ein Gemäldeliebhaber.
Der Andrang von Fremden, welche das Atelier von Petrus beſuchten, und von denen die Einen aus bloßer einfacher Neugierde kamen, die Andern mit dem wirklichen Wunſche zu kaufen, war ſo groß, daß man wörtlich Queue an der Thüre machte.
Am folgenden Sonntage ſollte der Verkauf be⸗ ginnen, das will ſagen in drei Tagen.
Es war Donnerstag.
Gegen 11 Uhr Morgens bot deßhalb das Atelier den Anblick einer Flut.
Es war die Bewegung von Wogen, die ſich immer gewaltiger drängten, immer höher ſtiegen; es war ſogar ihr Geräuſch.
In dem anſtoßenden Zimmer dicht daneben herrſchte dagegen Unbeweglichkeit, Einſamkeit, Stille.
Wir hätten ſagen ſollen Abgeſchiedenheit, denn die Einſamkeit war nicht vollſtändig: Petrus befand ſich in dem Zimmer.
Er ſaß in der Nähe des Fenſters, auf einen kleinen Gueridon geſtützt, auf welchem ein offener Brief lag, den er nur ein einzig Mal geleſen, von
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