Teil eines Werkes 
4. Bd. (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

nicht, welchem Umſtande ſie dieſelbe zuſchreiben ſollte. Dieſe bizarre Laune, dieſe finſtere Schweigſamkeit waren ſo fern von den Gewohnheiten ihres Mannes, daß ſie erſchrak, jedoch ohne mit ihm darüber zu ſprechen.

Sie begriff indeſſen, daß früher oder ſpäter eine Erklärung ſtattfinden mußte, als ſie in einer Nacht plötzlich durch die wüthenden Bewegungen, die der Capitän machte, und das ſeltſame Geſchrei, das er ausſtieß, aufgeweckt wurde.

Er träumte, er ſei mitten in der Schlacht und brüllte aus Leibeskräften.

Drauf! drauf! auf die Engländer! zum Entern, und es lebe die Republik!

Der Kampf war äußerſt heftig, doch nach einigen Minuten endigte er, ohne Zweifel wie der des Cid, in Ermangelung von Streitern.

Der Eapitän, der ſich halb aufgerichtet hatte, fiel mit dem Kopf wieder auf ſein Kiſſen und rief:

Streich die Flagge, engliſcher Hund! Sieg! Sieg!

Und er verſank in den friedlichen Schlaf des Sieges.

Von da an war der armen Thereſe Alles erklärt.

Ah! murmelte ſie, denn ihr Schlaf verſchwand beim Traume ihres Mannes,er hat mir, ohne es zu wiſſen, die Urſache ſeiner ſchlimmen Stunden ge⸗ ſagt! Armer Pierre, aus Liebe für mich iſt er hier angekettet geblieben, Gefangener im Hauſe, ſeinen Kopf ans Gitter ſchlagend, wie ein Löwe im Käfig. Ach! ich begreife, dieſes friedliche Leben iſt nicht für Dich gemacht, mein armer Pierre! Du brauchſt Raum,