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„Und Sie machen ſich anheiſchig, in fünfzig Tagen die Unſchuld Ihres Vaters zu beweiſen?“
„Nein, Sire, ich mache mich nicht anheiſchig, und ich ſchwöre, daß kein Anderer an meiner Stelle ſich hiezu anheiſchig machen könnte; doch ich ver⸗ ſichere, daß ich nach der Reiſe, die ich unternehme, wenn ich nicht die Mittel habe, die Unſchuld meines Vaters zu proclamiren, ich verſichere, daß ich den Spruch der menſchlichen Gerechtigkeit annehme, und mich darauf beſchränke, dem Verurtheilten die Worte des Königs:„„Ich rufe auf Dich die göttliche Barm⸗ herzigkeit herab!““ zu wiederholen.“
Eine neue Gemüthsbewegung erfaßte Karl X. Er ſchaute den Abbé Dominique an, und als er ſein offenes, redliches Geſicht ſah, drang eine Halbüber⸗ zeugung in ſein Herz ein.
Unwillkürlich indeſſen, trotz dieſer unwiderſtehlichen Sympathie, welche das Geſicht des edlen Mönches einflößte, ein Geſicht, das nur der Refler ſeines Her⸗ zens war, nahm König Karl X., als wollte er Kräfte gegen das gute Gefühl ſchöpfen, das ſich ſeiner zu bemächtigen drohte, zum zweiten Male das auf ſei⸗ nem Tiſche liegende Blatt Papier, auf das er ſeine Augen geworfen, als ihm der Huiſſier den Abbé Dominique gemeldet hatte; er richtete raſch wieder einen Blick darauf, und dieſer Blick, ſo raſch er war, genügte, um in ihm den guten Willen zurückzudrän⸗ gen, der ſo nur einen ephemeren Ausdruck hatte: von gerührt, wie er war, während er den Abbé Dominique anhörte, wurde er kalt, ſorgenvoll, ver⸗ drießlich.
Es war wohl Grund vorhanden, verdrießlich,


