Plätze wieder ein. Der Gerichtshof appellirt an die Würde des Auditoriums.“
„Stille!“ rief eine Stimme mitten aus der Menge.
Und die Menge, als wäre ſie gewohnt, dieſer Stimme zu gehorchen, ſchwieg.
Von da an war die Frage ſcharf herausgeſtellt; einerſeits die Verſchwörung, die ſich, in ihren kaiſer⸗ lichen Glauben, in die Religion ihres Eides ver⸗ ſchanzt, nicht einen Schild, ſondern eine Palme aus ihrem Verbrechen machte; andererſeits die öffentliche Behörde*) entſchloſſen, in Herrn Sarranti nicht den Verbrecher des Hochverraths, den Schuldigen der Majeſtätsbeleidigung, ſondern den Dieb von hundert⸗ tauſend Thalern, den Entführer der Kinder, den Mörder von Orſola zu verfolgen.
Sich wegen dieſer Anklagen vertheidigen hieß ſie zugeben; ſie Schritt für Schritt, eine um die andere, zurückweiſen hieß ihre Exiſtenz zugeben.
Auf Befehl von Herrn Sarranti hatte ſich alſo Emanuel Richard nicht einen Augenblick der dreifa⸗ chen Anklage, die der Staatsanwalt verfolgte, ent⸗ gegengeſtellt; er ließ das Publikum Richter dieſer ſeltſamen Lage eines Angeklagten ſein, der ein Verbrechen geſtand, welches man ihn nicht wollte geſtehen machen, und das nicht eine Erleichterung, ſondern eine Erſchwerung der Strafe für das, deſſen er angeklagt war, nach ſich zog.
Das Urtheil war auch im Publikum geſprochen.
Bei jedem anderen Umſtande wäre nach dem
*) Der Staatsanwalt.
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