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von den ſpaniſchen Meiſtern gemalten Inquiſitoren eigenthümlich iſt.
Trat man in den Saal ein, ſo wurde man durch dieſes leuchtende Halbdunkel oder, beſſer geſagt, dieſe düſtere Halbhelle unwillkürlich an die geheimnißvollen Sitzungen des Rathes der Zehn oder der Inquiſition erinnert. Alle Gehennen und Torturen des Mittel⸗ alters fielen einem ein, und man ſuchte im finſter⸗ ſten Winkel des Saales die leichenbleiche Maske des Folterers.
In dem Augenblicke, wo wir in das Innere eindringen, ſchickt ſich der Herr Staatsanwalt an, ſein Requiſitorium zu ſprechen.
Er ſteht.
Es iſt ein Mann von hoher Geſtalt, bleich von Geſicht, knochig und dürr wie ein altes Pergament, ein lebendiger Leichnam, der vom Leben nur noch die Stimme und den Blick hat; denn von Geberde, von Bewegung iſt keine Rede, und auch dieſe Stimme iſt ſchwach wie ein Hauch; auch dieſer Blick iſt un⸗ beſtimmt, ohne entſchiedenen Ausdruck. Dieſer Menſch, um Alles zu ſagen, ſcheint die Verkörperung der Criminalprocedur zu ſein; es iſt ein Requiſitbrium in Fleiſch und Knochen: in Knochen beſonders!
Ehe wir aber die Hauptperſonen dieſes Dramas hörbar machen, ſagen wir, welchen Platz ſie im Sitzungsſaale einnahmen.
Im Fond des Saales, am Mittelpunkte des kreis⸗ förmigen Bureau, iſt der Präſident, aſſiſtirt von den Richtern, welche den Hof bilden.
Zur Rechten vom Eintretenden oder zur Linken vom Präſidenten, unter zwei von den hohen Fenſtern,


