Teil eines Werkes 
19.-25. Bdchn (1856)
Entstehung
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Er kam ſo unter den Porticus der Himmelfahrts⸗ Kirche.

Seine Tracht, die ihm einen Weg durch die Stu⸗ denten gebahnt hatte, diente ihm beſſer noch bei den Zugängen zur Kirche.

Man trat vor ihm auf die Seite, und er konnte eintreten.

Mit dem erſten Blicke gewahrte er, an den dritten Pfeiler links angelehnt, unbeweglich wie eine Bild⸗ ſäule, ſeinen Vater, deſſen Auge auf die Thüre gehef⸗ tet war: er wartete offenbar. Dominigue erkannte ihn, obſchon er ihn ſieben Jahre nicht geſehen hatte. Nichts hatte ſich an ihm verändert: dasſelbe Feuer in den Augen, dieſelbe Entſchloſſenheit in allen Jügen des Ge⸗ ſichtes, dieſelbe Kraft in ſeiner ganzen Perſon, nur waren ſeine Haare grau geworden, und ſein Geſicht hatte ſich in der Sonne Indiens gebräunt.

Dominique ging gerade auf ſeinen Vater zu, mit der Abſicht, ſich ihm in die Arme zu werfen; doch ehe er die Hälfte des Weges gemacht hatte, hatte Herr Sarranti einen Finger auf ſeinen Mund gelegt und ihm durch dieſes Zeichen, ſo wie durch den Blick, der es begleitete, die tiefſte Discretion empfohlen.

Der Abbé begriff, daß er, wenigſtens ſcheinbar, ſeinem Vater völlig fremd bleiben mußte. Statt ihn zu umarmen, mit ihm zu ſprechen oder ihm nur die Hand zu reichen, kniete er auch, als er in ſeiner Nähe war, bei dem Pfeiler nieder, und nachdem er ein Dank⸗ gebet an Gott gerichtet hatte, ſuchte er die Hand, die ſein Vater wieder fallen ließ, küßte ſie mit Inbrunſt und Ehrfurcht, und ſprach nur die zwei Worte, welche eben ſo wohl an Gott, als an den Mann, zu deſſen Füßen er kniete, gerichtet ſein konnten:

Mein Vater!