Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
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denn, meine Herren, mag es das Gift vvn Mithridates, das Gift von Hannibal, das Gift von Lyruſta, das Gift der Borgia, das Gift der Medici oder das Gift der Marquiſe von Brinvilliers ſein, das Gift iſt immer Gift, wie mir eines Tags im Vertrauen der Fürſt von Talleyrand ſagte. Er beharrte alſo bei dieſem letzten Mittel, beim unheilvollen Gifte, beim finſteren Gifte, und als ich ihn ſo bleich, entſtellt, keuchend, häßlich auf mich zukommen ſah, da zitterte ich an allen Glie⸗ dern, und ich errieth beim erſten Anblicke, er habe ſich ſelbſt entleibt. Ich fragte ihn folglich liebevoll:

Was haſt Du denn, Burſche! daß Du uns, das Publikum und mich, ſeit einer Stunde ſo warten läſſeſt? k

Herr Copernic, antwortete Fafiou,ich habe meinen Tagen ein Ende gemacht.

Dieſe Offenherzigkeit rührte mich. Zu gleicher Zeit ſetzte mich Eines in Erſtaunen, ich muß es ge⸗ ſtehen: daß ich aus ſeinem eigenen Munde die bekla⸗ genswerthe Neuigkeit von ſeinem Tode erfuhr. Da ich aber hundertmal erſtaunlichere Dinge als dieſes geſehen habe, ſo ſchritt ich in meiner Unterſuchung fort.

Und auf welche Art, fragte ich ihn mit einer für mein Alter und für meine Stellung ſehr bewegten Stimme,auf welche Art haſt Du Deinen Tagen ein Ende gemacht?

Ich habe mich vergiftet, erwiederte mir Fafiou.

Womit?

Ich geſtehe, daß mir dieſe Antwort als Erhaben⸗ heit dasdaß er ſtürbe des alten Horaz und das Ich der Medea weit hinter ſich zu laſſen ſchien.

Und wo haſt Du Gift gefunden? fragte ich mit der Ruhe eines Mannes, der hundert zweiunddreißig Arten Gegengifte kennt.

Im Schranke Ihres Schlafzimmers, antwor⸗ tete mir Fafion mit einer hohlen Stimme.