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Freuden; mitten in dieſer Sahara, die man die Ehe nennt, hat er eine Oaſe, eine kühle Quelle gefunden, wohin er zu ſeinen Stunden geht, wo er ſich heimlich erquickt, was ihm die nöthige Kraft verleiht, um auf dem brennenden Sande der ehelichen Wüſte herumzu⸗ treten.“
„Ah! ja gewiß!“ erwiederte Petrus;„ein Menſch iſt nie ganz glücklich, und ebenſo wenig ganz unglück⸗ lich; er hat Streiflichter mitten im Schatten, wie bei den Windſtößen von Ruysdael, wie bei den Stürmen von Joſeph Vernet. Ja, gerade wie alle ſeines Glei⸗ chen, hat dieſer Sterbliche ſeine inneren, ſtummen Glückſeligkeiten, ſeine geheimnißvollen, verborgenen Freuden. Nun wohl, kennt Ihr ſeine Freuden? erra⸗ thet Ihr ſeine Glückſeligkeiten? Nein? Dann will ich ſie Euch ſagen. Die unausſprechliche Freude dieſes Mannes, die feierliche Glückſeligkeit, die er ſich drei⸗ hundert fünfundſechzig Tage des Jahres verſpricht, iſt, eine falſche Naſe an der Faſtnacht zu tragen! Die Wohlthaten des Geſetzes benützend, durchſchreitet er frech ſein Quartier, mit der Gewißheit, von ſeinen Nachbarn, die er nun inſultirt, nicht erkannt zu werden; und er hat um ſo mehr Grund, dies zu glauben, als er im letzten Jahre, zur ſelben Zeit, ſeinem Freunde und ſeiner Frau, die in einem Fiacre fuhren, begegnet iſt, ohne daß ſie bei ſeinem Anblicke den Vorhang heruntergelaſſen haben. Dieſer Mann, den Ihr da ſeht,“ fuhr Petrus ſich in ſeiner fantaſtiſchen Exal⸗ tation ſteigernd fort,„er gäbe ſeinen Faſtnachtstag nicht für zwanzig tauſend Maravedis: er iſt König von Paris; er geht incognito in ſeiner Stadt ſpazieren, und heute Abend, wenn er nach Hauſe kommt, wird ihn ſeine Fran vergebens über die Verwendung ſeines Ta⸗ ges befragen: er wird taub und ſtumm für das Verhör ſeiner Frau bleiben; nur wird er ſie, des Vergnü⸗ gens gedenkend, das er fünf bis ſechs Stunden lang genoſſen hat, mit einer Miene des Mitleids anſchauen!—


