Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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„Und warum dies?“

„Weil wir nicht mehr in der Zeit des Abbé von Gondy leben, in jener Zeit, wo die Abbé's ritten; der Mann aber, der die Spuren zurückgelaſſen, war ein Reiter: ſehen Sie hinter dem Abſatze ſeines Stiefels die kleinen Einſchnitte, die von ſeinen Sporen herrühren?“

„Sie haben Recht!“ rief Herr Jackal.„Bei mei⸗ ner Treue, mein lieber Herr Salvator, Sie ſind faſt ſo ſtark, als Einer vom Handwerk.“

„Ich bringe auch in der That einen Theil meines Lebens mit dem Beobachten zu,“ erwiederte Salvator.

„Helfen Sie mir nun der Spur der Tritte bis zum Fenſter folgen.“

„Oh! das wird nicht ſchwierig ſein,“ ſagte Salvator.

Und das Aufdrücken der Schuhe und der Stiefel führte Salvator und Herr Jackal gerade zum Fenſter.

Juſtin folgte ihnen, ihre Blicke auffangend, ihre Worte verſchlingend.

Der arme junge Mann glich einem Geizigen, wel⸗ chem man einen Schatz geſtohlen, den er ſeit zehn Jahren mit den Augen gehütet, und der, nachdem er beinahe die Hoffnung verloren, ihn ſelbſt wiederzufinden, Freunde, verſtändiger als er, die Spur ſeiner Diebe entdecken ſieht.

Was Madame Desmarets betrifft, ſo war ſie ganzs niedergeſchlagen, und ſchaute maſchinenmäßig, das Auge ſtarr, die Arme träge herabhängend.

Am Fenſter angelangt, drückten ſich die Tritte mit noch mehr Energie in den Boden ein, als irgend an⸗ derswo.

„Wer hat mir geſagt, Sie, Madame Desmarets oder Sie, Herr Juſtin, haben die Thüre von Mademoi⸗ ſelle Mina zu öffnen geſucht?“ fragte Herr Jackal.

Beide antworteten gleichzeitig:

„Wir, mein Herr.“

„Und Sie fanden ſie mit dem Riegel geſchloſſen?“