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„Das iſt es, mein Vater. Dieſes Papier enthält Wort für Wort und ganz von meiner Hand geſchrieben die Erzählung, die ich Ihnen ſo eben gemacht habe. Bin ich nicht mehr, ſo verfügen Sie darüber: ich entbinde Sie des Geheimniſſes der Beichte.“
Mit einer Bewegung der Freude und unwillkür⸗ Triumphes drückte der Mönch das Paquet an ſeine Bruſt.
„Werden Sie mich nun nicht durch einige Worte der Hoffnung tröſten, mein Vater?“ ſagte der Ster⸗ bende.
Der Mönch näherte ſich ernſt und langſam; es war, als würde ſein zum Himmel erhobenes Geſicht von einem göttlichen Lichte erleuchtet.
So geſehen, ſchien er das Ideal der Menſchenliebe zu ſein.
Der Sterbende, der die Verzeihung kommen fühlte, richtete ſich auf, um ihr entgegen zu gehen.
„Mein Bruder,“ ſprach der Dominicaner,„es be⸗ dürfte vielleicht beim Herrn einer höheren und mächtige⸗ ren Fürbitte als der meinigen, daß er Ihnen vergebe; doch ich, als Menſch, als Sohn, als Prieſter, ich ver⸗ gebe Ihnen. Gott wolle die Sündenerlaſſung genehmi⸗ gen, welche auf Ihr Haupt herabſenken zu machen ich ihn anflehe,— im Namen des Vaters, der die Güte iſt, des Sohnes, der die Hingebung iſt und des heiligen Geiſtes, der der Glaube iſt!“
Und er legte ſachte ſeine bleichen, weißen Hände auf den kahlen Schädel des Sterbenden.
„Was habe ich nun noch zu thun?“ fragte der Sterbende.
„Beten Sie!“ ſprach der Mönch.
Und er ging langſam, mit gefalteten Händen, hin⸗ aus, den Herrn beſchwörend, er möge geſtatten, daß er mit ſich nehme, was Schlechtes, Elendes und Niedriges in dieſem Menſchen, der dem Sterben nahe war.


