Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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„Nicht der Tod eines Menſchen,“ fiel die Gräfin vom Battoir ein.

„Und ſelbſt im Falle des Todes eines Menſchen,“ ſagte Chante⸗Lilas,„haben wir nicht den Doctor bei uns?.. Nun, er ſchläft, der Doctor!“

„Oh! bei meiner Treue, ja,“ ſprach Ludovic.„Er⸗ laube, daß ich mich zu Deinen Füßen ſetze, Prinzeſſin, und meinen Kopf auf Deinen Schooß lege. Du wirſt mir das Leben retten.“

Schön!“ verſetzte das Mädchen,„hätte ich ge⸗ wußt, man nehme den Herrn zum Schlafen mit, ſo würde man ihn auf einen Gemüſewagen gelegt haben, und er wäre dort ſo gut geweſen als hier.“

„Ah! Prinzeſſin,“ verſetzte Ludovic halb einge⸗ ſchlafen,„Du läſſeſt Dir nicht Gerechtigkeit widerfahren:

kein Kohl iſt ſo weich, kein Salat iſt ſo zart wie Du.“

„Mein Gott!“ ſprach Chante⸗Lilas mit einem Aus⸗ drucke tiefen Mitleids,„wie dumm iſt ein Menſch von Geiſt, wenn er zu ſchlafen Luſt hat.“

Es ſchlug fünf Uhr Morgens, als man in Belle⸗ vne ankam. Allmälig hatte das ſchallende Gelächter aufgehört, war das luſtige Geſchrei erloſchen; das Un⸗ behagen und die Kälte, von der Rückkehr am Mor⸗ gen, beſonders im Winter, unzertrennlich, laſteten auf der halbentſchlummerten Maskengeſellſchaft; Jeden drängte es, ſeine Stube, ſein Feuer, ſein Bett wieder⸗ zuſinden.

Die Tapiſſiöre hielt vor der Thüre des von Co⸗ lombeau und Carmelite bewohnten Hauſes an; Nanette ſprang aus dem Wagen, zog den Schlüſſel aus ihrer Taſche und trat ein.

Gut!“ ſagte ſie, als ſie durch die Thüre des offen gebliebenen und auf den Garten gehenden Corridors das Licht ſah, das im Cabinet von Golombau glänzte,„der ie Mann wacht noch und ſoll ſogleich ſeinen Brief

aben.