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gung geſucht, und da ich ſie nicht einſehen konnte, ſo bitte ich Sie, mir dieſelben redlich zu ſagen, wie ich ſie von Ihnen verlange.“
„Alles iſt ernſt bei Ihnen, Colombau,“ erwiederte Carmelite;„und da Sie die höchſte Vernunft ſind, ſo wollen Sie, daß der Grund von jeder Sache gleichſam zu Ihnen komme. Nun wohl! dieſe Kopfbewegung, mein Freund, iſt eine Formel meiner Ungläubigkeit... Ich habe nicht Ihr anbetungswürdiges Vertrauen, da ich nicht Ihre faſt göttliche Vollkommenheit beſitze: von dem Augenblicke an, wo Camille abgereiſt iſt, habe ich an ſeiner Rückkehr gezweifelt; ein Jahr iſt abgelaufen, und ich zweifle mehr als je daran!“
„Oh! Sie täuſchen ſich!“ rief Colombau...„Sie kennen alſo die Vorurtheile nicht, mit denen die ameri⸗ caniſchen Familien behaftet ſind? Das einzige Hinderniß gegen die Rückkehr von Camille liegt hierin, deſſen ſeien Sie ſicher; Camille bekämpft dieſe Vorurtheile: unter einem leichtfertigen Anſcheine hat er ein redliches Herz⸗ und ich bedaure, Carmelite, daß Ihnen, da Sie Gele⸗ genheit gehabt haben, ihn zu ſchätzen, nicht über ſeine Treue eine unerſchütterliche Gewißheit geblieben iſt.“
Carmelite ſeufzte.
„Sie, Colombau,“ ſagte ſie,„Sie ſind ein Gold⸗ herz; Sie ſehen überall das Gute, weil Sie es in ſich tragen. Sie ſagen mir, ich habe Gelegenheit gehabt, Camille zu ſchätzen... Ja, mein Freund, ich habe ihn geſchätzt, und deshalb wiederhole ich Ihnen:„„Camille wird nicht wiederkommen.““
„Ei! was kann Ihnen denn dieſen beleidigenden Glauben gegeben haben?“
„Unſer Leben von drei Monaten, in welchem ich ihn begriffen habe, ohne ihn zu befragen, in welchem ich ihn kennen gelernt habe, ohne ihn zu ſtudiren... Man lebt zwanzig Jahre mit einem Freunde, ohne daß dieſer Freund einen kennen lernt, während es mit einer Frau


