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gewöhnlich die Apothekerin nannte,— den Schlüſſel der Wohnung übergeben und ihn erſucht hatte, falls ein Prieſter vom Lande käme und nach Herrn Juſtin oder Mademoiſelle Mina fragen würde, ihm dieſen Schlüſſel zuzuſtellen und ihm zu ſagen, die ganze Familie ſei in Verſailles, werde aber am Abend mit ſeiner Mündel zurückkommen.
Der Prieſter werde daher gebeten, zu warten.
Hienach nahm der Profeſſor Platz bei ſeinen drei
ungeduldigen Freunden, und der Wagen ging in ſtarkem Trabe mit der glücklichen Familie ab, um ſie nach dem Penſionat von Verſailles zu führen, wo das Mädchen nicht an die Ueberraſchung dachte, die man ihm bereiten wollte. Der Fiacre hatte ſich nicht zwanzig Schritte ent⸗ ſernt, als alle Nachbarn au die Thüre des Apothekers ſürzten und ihn fragten, was für einen Gegenſtand und welchen Auftrag man ihm gegeben.
Herr Lonis Renand wollte den Discreten ſpielen und mit einer hoffärtigen, wichtigen Miene ein Still⸗ ſchweigen beobachten; doch das ſchien der Apothekerin durchaus nicht nöthig.
„Ta ta ta!“ ſagte ſie,„dahinter iſt kein Geheimniß! und dann verbergen ſich nur die Leute, welche Böſes thun wollen: der Gegenſtand, das iſt der Schlüſſel der Wohnung, und der Auftrag iſt, dieſen Schlüſſel einem Pfarrer vom Lande zu geben, der nach ſeiner Mündel fragen wird.“
„Mademoiſelle Franeviſe,“ ſprach Herr Louis Re⸗ naud, während er majeſtätiſch u ſein Haus eintrat, „ich habe Ihnen immer geſagt, ſie ſeien eine Schwä⸗ tzerin!“
„Gut, Schwätzerin oder nicht, die Sache iſt her⸗ aus,“ erwiederte Mademoiſelle Frangoiſe;„ſie hätte nich erſtickt, und ich kann doch nicht an einem Blutſchlage ſterben.“


