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„Ah! mein Gott, Ihr erſchreckt mich, Sire; wenn ein gutes Andenken, das Ihr einer alten Freundin gönnt, eine ſchlimme Folge für Euch hätte, ich wäre untröſtlich.“
„Seyd unbeſorgt, Geliebte,“ ſagte der Bearner, „wir haben drei Schwerter, welche im Schatten wachen.“
„Drei, das iſt ſehr wenig, Sire.“
„Das iſt genug, wenn dieſe Schwerter Mouy⸗ Saucourt und Barthélemy heißen.“
„Herr von Mouy iſt alſo mit Euch in Paris?“
„Allerdings.“
„Er wagke es, in die Hauptſtadt zurückzukehren? Er hat alſo wie Ihr irgend eine ärme Frau, welche in ihn verliebt iſt?““
„Nein, aber einen Feind, deſſen Tod er geſchwo⸗ ren hat. Nur der Haß, meine Theure, läßt den Men⸗ ſchen ſo viele Thorheiten begehen als die Liebe.“
„Ich danke, Sire.“
„Oh, ich ſage das nicht in Beziehung auf die gegen⸗ wärtigen Thorheiten, ſondern in Beziehung auf die vor⸗ hergegangenen und zufünftigen. Aber ſtreiten wir nicht hierüber, wir haben keine Zeit zu verlieren.“
„Ihr habt alſo immer noch im Sinne, abzureiſen?“
„Dieſe Nacht.“
„Die Angelegenheiten, deren wegen Ihr nach Paris gekommen ſeyd, ſind beendigt?“
„Ich bin Euretwegen gekommen.“
„Gascogner!“
„Ventre⸗ſaint⸗gris! mein Liebchen, ich ſpreche die Wahrheit; aber fort mit dieſen Erinnerungen, ich habe noch zwei oder drei Stunden, um glücklich zu ſeyn, und dann eine Trennung auf Ewig.“
„Ah! Sire,“ ſprach Frau von Sauve,„es gibt nichts Ewiges, als meine Liebe.“
Heinrich ſagte kurz zuvor, er hätte keine Zeit zum
Streiten; er ſtritt alſo nicht, er glaubte, oder der Skep⸗
tiker gab ſich wenigſtens den Anſchein, als vb er glaubte.


