Teil eines Werkes 
9.-10. Bdchn (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

170

König war, denn ich komme zu Dir ohne Scepter und ohne Krone. Mein Gott! vergiß die Verbrechen des Königs, um Dich nur der Leiden des Menſchen zu er⸗ innern. Mein Gott! hier bin ich!

Und Karl, der während er dieſe Worte ſprach, ſich immer mehr erhoben hatte, gleichſam um der Stimme, die ihn rief, entgegenzugehen, ſtieß nur einen Seufzer aus und fiel ſtarr und unbeweglich in die Arme ſeiner Amme.

Mittlerweile und während die von Catharina be⸗ fehligten Soldaten ſich in der Flur aufſtellten, durch welche Heinrich kommen ſollte, folgte dieſer, von René geführt, dem geheimen Gange, erreichte die Schlupf⸗ pforte, ſchwang ſich auf das Pferd, das ſeiner harrte, und jagte nach dem Orte, wo er Herrn von Mouy zu finden wußte.

Bei dem Getöſe ſeines Pferdes, deſſen Galopp das ſonore Pflaſter erdröhnen machte, wandten ſich plötzlich einige Wachen um und riefen:

Er flieht! er flieht!

Wer flieht? ſchrie die Königin Mutter, ſich einem Fenſter nähernd.

Der König Heinrich! der König von Navarra! riefen die Wachen.

Feuer! ſprach Catharina,gebt Feuer auf ihn.

Die Wachen ſchlugen an; aber Heinrich war bereits zu weit entfernt.

Er flieht! rief die Königin Mutter,er iſt folglich beſiegt!

Er flieht! murmelte der Herzog von Alencon, ich bin folglich König!

Aber in demſelben Augenblick, und während Franz und ſeine Mutter noch am Fenſter ſtanden, krachte die Zugbrücke unter den Hufen der Pferde. Man vernahm Waffengeklirre und ein gewaltiges Getöſe. Ein junger Mann ſprengte im Galopp, gefolgt von vier Edel⸗ leuten, welche wie er mit Schweiß, Staub und Schaum

1.

bedeckt waren, in den Hof und rief:Frankreich!

nic

wit ein unt ſ nig non die

Be