Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
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— Wilhelm, rief Triſtan, indem er ſich dem armen Menſchen näherte, weinen Sie doch nicht ſo! Sie thun mir weh, denn Ihr Schmerz iſt meine Anklage.

Wilhelm richtete ſeinen Kopf empor und trocknete ſich die Augen.

— Ich muß Ihnen wohl ſehr lächerlich erſcheinen, ſprach er; aber wenn man leidet, iſt es eine Wohlthat, den ſo lange zurückgehaltenen Thränen freien Lauf zu laſ⸗ ſen. Doch jetzt iſt alles vorbei, fuhr er fort, indem er ein wenig Ruhe zu gewinnen ſuchte; mein Herz war voll Thränen, jetzt iſt es ausgeleert, ich bin getröſtet. Verzei⸗ hen Sie mir, daß ich Sie zum Zeugen meines thörichten Schmerzes machte.

— Deſſen Urſach ich wahrſcheinlich bin.

Wilhelm drückte die Hand ſeines Freundes.

— Nun, ſprach Triſtan, indem er ſich neben ihn ſetzte, erzählen Sie mir alles, was vorgefallen iſt. Wann ſind Sie zurückgekehrt?

— Geſtern Abend erſt.

— Was thaten Sie, als Sie ankamen?

— Sie wiſſen, welch einen ungerechten Groll ich gegen Sie hatte. Euphraſin's Briefe ſchienen mir nicht alles zu enthalten, deshalb bat ich ſie für denſelben Abend