Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

——

— Wir wollen unſern Unterricht beginnen, ſprach Triſtan ſich faſſend.

— Ich bedarf Ihres Unterrichtes nicht.

— Herr Van⸗Dick will es.

— Aber Mama will es nicht, und ich muß meiner Mama gehorchen.

— Ich werde dieſe Weigerung Ihrem Vater an⸗ zeigen.

— Das können Sie thun.

Bleich vor Schaam und Zorn ſtieg Triſtan die Trep⸗ pen hinab, und erzählte Herrn Van⸗Dick, was vorgefal⸗ len. Ohne ein Wort zu entgegnen, ſchritt der Vater dem Zimmer des Sohnes zu, öffnete die Thür, ging direct nach dem Fenſter, warf die mit Seifenwaſſer angefüllte Taſſe in den Garten und gab ſeinem lieben Söhnchen ein Paar ſo vortrefflicher Ohrfeigen, wie ſie ſelten väterliche Hände zu appliciren pflegen. Ohne auf das Geſchrei des Kindes zu achten, rief er:

— Arbeite!

Dann verließ er das Zimmer.

Der Knabe weinte und ſchrie eine halbe Stunde lang; als er aber ſah, daß, trotz ſeiner Anſtrengung, die Mut⸗ ter nicht erſchien, entſchloß er ſich endlich, ſeinen Unter⸗

richt zu nehmen. 4*