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duldig werden würde; o nein— ruhig klopfte ſie nun mit der Hand an die Thür, die aber verſchloſſen blieb. Die Thür gegenüber öffnete ſich und eine alte Frau, die mit dem Kopfe herausſah, theilte unſerer Dame mit, daß es unnütz ſei, länger zu klopfen, da alle Bewohner dieſer Wohnung ausgegangen ſeien.
Euphraſig befand ſich demnach in einer großen Ver⸗ legenheit; die Nothwendigkeit, unter das Dach des Gatten zurückzukehren, kämpfte mit Vortheil gegen Eigenliebe und Zorn, die ihr ſagten, es zu fliehen. Plötzlich, als ob ein rettender Gedanke in ihr aufſtiege, blieb ſie ſtehen, ſchlug dann eine Querſtraße ein und ſchritt einem der einſamſten Stadttheile zu⸗ Endlich trat ſie in eine von den ruhigen Straßen, welche, obgleich noch zur Stadt gehörig, dennoch ſchon das Land ankündigen. Vor einem kleinen Hauſe, deſſen Giebel der Straße zugewandt war und gaſtlich ei⸗ nige Schwalbenneſter bedeckte, blieb ſie ſtehen.
Die Fenſter dieſes kleinen, freundlichen Hauſes er⸗ glänzten im letzten Schimmer der ſcheidenden Sonne, und wie eine zierliche Arabeske wand ſich ein Weinſtock, deſſen grünes Laub mit der Weiße der Mauer lieblich contraſtirte, an der Facade deſſelben hin.
In den Fenſtern des erſten Stockwerks ſangen Vögel
und feierten in Liedern den Abſchied der Sonne. Man


