Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
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ſie noch nicht, wo ſie die gaſtliche Aufnahme finden würde, deren ſie, fern von dem Dache des Gemahls, bedurfte. Als ſie der Ironie gedachte, mit welcher ihr Mann die ange⸗ drohte Scheidung aufgenommen, beſchloß Euphraſia, um jeden Preis die Nacht außerhalb ihrer Wohnung zuzu⸗ bringen, denn ſie war überzeugt, daß Herr Van⸗Dick, wenn er am folgenden Morgen erführe, ſie ſei nicht im Hauſe geweſen, in alles willigen würde, um den Eclat zu ver⸗ meiden.

Euphraſia dachte, wie wohl natürlich, an die Freun⸗ din, welche am Morgen Zeugin jener Scene geweſen war; bei ihr hoffte ſie ein Aſyl zu finden, um ſo mehr, da ſie ihr Verfahren gebilligt hatte. Sie ſchlug demnach den Weg nach der Wohnung dieſer Freundin ein, die, beiläufig geſagt, Witwe war. Das Haus, welches dieſe Witwe be⸗ wohnte, lag nicht weit vom Prinzen⸗Kanale und bald hatte ſie die Thür deſſelben erreicht. Madame Van⸗Dick ſtieg die Treppen hinan bis zum zweiten Stockwerke, blieb vor der erſten Thür rechts ſtehen und zog die Glocke.

Es erfolgte keine Antwort.

Euphraſia wartete einige Augenblicke und zog zum zweiten Male die Glocke.

Daſſelbe Schweigen.

Man ſollte glauben, daß Madame Van⸗Dick unge⸗ Die Holländerin. II. 2