„Ausgenommen für die, welche das Silber am Kinn tragen“, bemerkte Tholomyès.
Er ſah dieſen Augenblick nach dem Dome der In⸗ validen hinüber, der durch das Fenſter Bombarda's ſicht⸗ bar war.
Es entſtand eine Pauſe.
„Tholomyès“, rief Fameuil,„Liſtolier und ich hatten ſoeben einen Streit.“
„Ein Streit iſt gut“, entgegnete Tholomhes,„ein Zank iſt beſſer.“
„Wir ſtritten uns über Philoſophie.“
„Mag ſein.“
„Wen ziehſt Du vor, Descartes oder Spinoza?“
„Déſaugiers“, ſagte Tholomyés.
Als dieſer Ausſpruch gefallen war, trank er und fuhr fort:
„Ich willige ein, zu leben; auf Erden iſt noch nicht Alles zu Ende, weil man noch unvernünftig ſchwelgen kann. Ich danke dafür den unſterblichen Göttern. Man lügt, aber man lacht. Man behauptet, aber man lacht. Das Unerwartete entſpringt aus den Vernunftſchlüſſen. Das iſt ſchön. Es giebt hinieden noch Menſchen, welche das Ueber⸗ raſchungskäſtchen des Parodoxen hinten zu öffnen und zu ſchließen verſtehen. Das, meine Damen, was Sie mit ſo ruhigem Weſen trinken, iſt Madeira, müſſen Sie wiſſen; von den Weinbergen des Coural das Freiras, die 317 Toiſen über dem Meeresſpiegel liegen! Achtung beim Trinken! 317 Toiſen! und Herr Bombarda, der herrliche Reſtaurateur, giebt Ihnen dieſe 317 Toiſen für 4 Francs 50 Centimes!
Fameuil unterbrach ihn auf's Neue:
„Tholomyès, Deine Anſichten ſind Geſetze. Wer iſt Dein Lieblingsſchriftſteller?“
„Ber—“


