Teil eines Werkes 
1. Abt., 1. Bd. (1863)
Entstehung
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215 zu nennen, Du biſt ein Weib des ſchönen Orients. Meine Damen, einen zweiten Rathſchlag: verheirathen Sie ſich nicht; die Heirath iſt eine Impfung; ſie faßt gut oder ſchlecht; entfliehen Sie dieſer Gefahr. Aber pah! was ſinge ich denn da? Ich verliere meine Worte. Die Mädchen ſind in Beziehung auf die Heirath unheilbar, und Alles, was wir Weiſen ſagen können, wird die Weſtenmacherinnen und die Stiefelchenſtepperinnen nicht abhalten, von Männern zu träumen, die reich an Diamanten ſind. Nun, mag ſein; aber Ihr Schönen merkt Euch das: eſſet nicht zu viel Zucker. Ihr habt nur einen Fehler, o Ihr Weiber und der iſt, daß Ihr Zucker knabbert. O knabberndes Geſchlecht, Deine hübſchen kleinen Zähne beten den Zucker an. Nun hört aber wohl: der Zucker iſt ein Salz⸗ Jedes Salz iſt austrocknend. Der Zucker iſt das austrocknendſte von allen Salzen. Er pumpt durch die Adern die Flüſſigkeit des Blutes auf; daher das Gerinnen und dann die Verdickung des Blutes; daher Geſchwüre in der Lunge; daher der Tod. Und deshalb endigt die Zuckerharnruhr mit der Schwind⸗ ſucht. Alſo knabbert keinen Zucker, und Ihr werdet leben! Ich wende mich nun zu den Männern. Meine Herren, machen Sie Eroberungen. Rauben Sie einander ohne alle Reue Ihre Geliebten. Wechſeln Sie. In der Liebe giebt es keine Freunde. Ueberall, wo es ein hübſches Weib giebt, iſt die Feindſeligkeit eröffnet. Kein Pardon; Krieg auf Leben und Tod! ein hübſches Weib iſt ein Casus bell, ein hübſches Weib iſt eine Ertappung auf friſcher That. Alle Invaſionen der Geſchichte ſind durch Unterröcke ent⸗ ſchieden worden. Das Weib iſt das Menſchenrecht. Romu⸗ lus hat die Sabinerinnen entführt, Wilhelm die Sachſinnen, Cäſar die Römerinnen. Der Menſch, der nicht liebt, ſchwebt wie ein Geier über den Geliebten der Andern; und was mich betrifft, ſo rufe ich den Unglücklichen, die verwittwet ſind, die erhabene Proclamation Buonaparte's an die Armee