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211 und nachdem der Geiſt eine Dummheit hat fallen laſſen, ſchwingt er ſich in den Azur auf. Ein weißlicher Fleck, der ſich auf dem Fels breit füllt, hindert den Condor nicht an ſeinem Fluge. Weit ſei es von mir entfernt, das Wortſpiel zu ſchmähen. Ich ehre es im Verhältniß zu ſeinen Verdienſten; weiter nichts. Alles was es Erhabenes, Göttliches und Reizendes in der Menſchheit giebt, und vielleicht auch außer der Menſchheit, hat Wortſpiele gemacht. Jeſus Chriſtus machte ein Wortſpiel über den heiligen Petrus, Moſes über den Iſaak, Aeſchylus über Polycindes, Cleopatra über Octavian. Und merkt Euch, daß dieſes Wortſpiel Cleopatra's der Schlacht von Actium vorherging, und daß ohne daſſelbe ſich Niemand der Stadt Toryne erinnern würde, ein griechiſcher Name, welcher einen Koch⸗ löffel bedeutet. Dies zugegeben, kehre ich zu meiner Er⸗ mahnungsrede zurück. Meine Brüder, ich wiederhole es, kein Eifer, kein Miſchmaſch, kein Exceß, ſelbſt nicht in Aus⸗ fällen, Luſtigkeiten, in der Freude und in den Wortſpielen. Hört mich an. Ich beſitze die Klugheit des Amphiaraus und die Kahlköpfigkeit Cäſars. Es iſt eine Grenze nöthig ſelbſt für die Rebus. Est modus in rebus. Es iſt eine Grenze nöthig ſelbſt für die Mittagsmahlzeiten. Sie lieben die Apfelſchnittchen, meine Damen, doch mißbrauchen Sie dieſelben nicht. Es iſt geſunder Sinn und Kunſt er⸗ forderlich auch bei den Apfelſchnitten. Die Gefräßigkeit züchtigt die Gefräßigen. Gula punit gulax. Die Unver⸗ daulichkeit iſt durch den guten Gott damit beauftragt den Magen die Moral zu leſen. Und merken Sie ſich das: Jede unſerer Leidenſchaften, ſelbſt die Liebe hat einen Ma⸗ gen, den man nicht überfüllen darf. Bei allen Dingen muß man bei Zeiten das Wort finis ſchreiben; man muß ſich bezwingen, wenn es dringend nothwendig wird, den Riegel vor ſeinen Appetit ſchieben, ſeine Phantaſie ein— ſperren, und ſich ſelbſt auf den Poſten führen. Der Weiſe 14*


