war körperlich wohlgeſtaltet, obgleich von ziemlich kleinem Wuchs, elegant, graziös, geiſtreich; der ganze erſte Theil ſeines Lebens war der Welt und den Galan⸗ terien gewidmet geweſen. Die Revolution brach aus; die Ereigniſſe überſtürzten ſich, die Parlaments⸗Familien wurden decimirt, vertrieben, verfolgt; ſie zerſtreuten ſich. Herr Charles Mhriel wanderte gleich in den erſten Tagen der Revolution nach Italien aus. Seine Frau ſtarb dort an einer Bruſtkrankheit, von der ſie ſchon ſeit längerer Zeit ergriffen war. Sie hatten keine Kinder. Was ging nun in der Beſtimmung des Herrn Myriel vor? Erweckte die Zertrümmerung der alten franzöſiſchen Geſellſchaft, der Sturz ſeiner eigenen Familie, die tragiſchen Schauſpiele von 1793, vielleicht noch fürchterlicher für die Emigranten, welche ſie aus der Ferne erblickten, vergrößert durch das Entſetzen, in ihm Gedanken der Entſagung und der Ein⸗ ſamkeit? Wurde er in der Mitte der Zerſtreuungen und der Neigungen, welche ſein Leben ausfüllten, plötzlich von einem jener geheimnißvollen und furchtbaren Schläge er⸗ griffen, welche zuweilen den Mann, ihn in das Herz treffend, niederwerfen, den durch öffentliche Kataſtrophen nicht er⸗ ſchütterten, obgleich ſie ihn in ſeiner Exiſtenz und ſeinem Vermögen treffen? Das hätte Niemand zu ſagen vermocht; Alles, was man wußte, beſtand darin, daß er Prieſter war, als er aus Italien zurückkehrte.
Herr Myriel war 1804 Pfarrer in B....(Brignolles.) Er war bereits bejahrt und lebte in der größten Zurück⸗ gezogenheit.
Zur Zeit der Krönung führte ihn eine kleine Ange⸗ legenheit ſeiner Pfarre— man weiß nicht mehr genau, was es war— nach Paris. Unrer anderen wichtigen Perſonen beſuchte er als Bittſteller für ſeine Beichtkinder auch den Cardinal Feſch. Eines Tages, als der Kaiſer ſeinem Onkel einen Beſuch gemacht hatte, befand ſich der würdige Pfarrer,


