Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1845)
Entstehung
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das arme Kind ein Opfer irgend einer Machination der Königin Mutter geworden war, und daß er in Folge dieſer Machination mit Herrn von Mouy beinahe in dem Gaſt⸗ hauſe zum Schönen Geſtirne verhaftet worden wäre.

Ein Anderer als Heinrich hätte geſchwiegen, denn er würde es nicht gewagt haben etwas zu ſagenz aber Hein⸗ rich berechnete Alles; er begriff, daß ſein Stillſchweigen ihn verrathen würde. Gewöhnlich verliert man auf dieſe Art nicht einen ſeiner Diener, einen ſeiner Vertrauten, ohne ſich nach ihm zu etkundigen, ohne nach ihm zu for⸗ ſchen. Heinrich erkundigte ſich alſo, forſchte alſo in Ge⸗ genwart des Königs und ſogar der Königin Mutter. Er fragte bei Jedermann nach Orthon, von der Schildwache, welche vor der Pforte des Louvre auf und abging, bis zum Kapitän der Garden, der ſeinen Poſten im Vorzim⸗ mer des Königs hatte; aber alle ſeine Fragen und alle ſeine Schritte waren vergeblich. Heinrich ſchien jedoch ſo ſehr von dieſem Ereigniſſe ergriffen und ſeinem armen ab⸗ weſenden Diener dergeſtalt zugethan, daß er erklärte, er würde ihn nicht eher erſetzen, als bis er die Gewißheit erlangt hätte, er wäre für immer verſchwunden.

Das Vorzimmer war alſo leer, als ſich Margarethe bei Heinrich einfand.

So leicht auch die Tritte der Königin waren, ſo hörte ſie Heinrich dennoch, und er rief, ſich umwendend:

Ihr, Madame!

Ja, erwiederte Margarethe,leſt geſchwinde.

Und ſie reichte ihm das Papier offen.

Es enthielt folgende Zeilen.

Sire, der Augenblick, unſern Fluchtplan in Aus⸗ führung zu bringen, iſt gekommen. In fünf bis ſechs Tagen iſt Beize die Seine entlang, von Saint⸗Germain bis Maiſons, d. h. in der ganzen Ausdehnung des Waldes.

Geht auf dieſe Jagd, obgleich es eine Beize iſt. Zieht unter Eurem Kleide ein gutes Panzerhemd an, gür⸗ tet Euer beſtes Schwert um, reitet das flinkſte Pferd Eures Stalles.