Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1845)
Entstehung
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Ich, Madame? Ich weiß nicht, was Ihr damit ſagen wollt.

Das Billet, das Dir Herr von Mouhy vor einer halben Stunde hinter dem Schützengarten übergeben hat.

Ich habe kein Billet, Euere Majeſtät täuſcht ſich ſicherlich. 4

Du lügſt! rief Catharina.Gieb das Billet und ich halte das Verſprechen, das ich Dir geleiſtet habe.

Welches?

Ich bereichere Dich.

Ich habe kein Billet.

Catharina begann ein Zähneknirſchen, das in einem Lächeln endigte.

Giebſt Du es mir, ſo erhältſt Du tauſend Gold⸗ thaler, ſagte ſie..

Ich habe kein Billet, Madame.

Zweitauſend Thaler.

Unmöglich; da ich keines habe, ſo kann ich Euch auch keines geben.

Zehntauſend Thaler, Orthon.

Orthon, der den Zorn wie eine Fluth vom Herzen auf die Stirne der Königin ſteigen ſah, dachte, das ein⸗ zige Mittel, ſeinen Herrn zu retten, wäre, das Billet zu verſchlingen. Er jurh mit der Hand an ſeine Taſche. errieth ſeine Abſicht und hielt ihm die Hand zurück.

Gehe, Kind! ſagte ſie lachendDu biſt treu. Wollen ſich die Nhnige einen Diener wählen, ſo thun ſie wohl daran, ſich zu verſichern, ob er ein ergebenes Herz hat. Ich weiß nun, was ich von Dir zu halten habe. Nimm, hier iſt meine Börſe als erſter Lohn. Ueberbringe das Billet Deinem Herrn und ſage ihm, Du ſeyſt von heute an in meinem Dienſte. Gehe, Du kannſt ohne mich durch die Thüre hinaus, durch die wir eingetreten ſind, ſie öffnet ſich von innen.

Nach dieſen Worten warf Catharina die Börſe dem Königin Margot. II. 15