266
für die Verhaftung des Königs von Navarra verſpro⸗ chen hatte.
„Wenn mich nicht Alles täuſcht,“ ſagte Catharina, „ſo iſt vovn Mouy der ſchwarze Fleck, den René in dem Horoſfop des verfluchten Bearners gefunden hat.“
Eine Viertelſtunde nach Maurevel kam Orthon in den Louvre, ließ ſich ſehen, wie ihm dieß Herr von
Mony empfahl, und gelangte in das Gemach von Frau
von Sauve, nachdem er mit mehreren Bewohnern des Palaſtes geſprochen hatte.
Dariole allein war in dem Zimmer ihrer Gebie⸗ terin. Catharina hatte dieſe kommen laſſen, um für ſie geviſſe wichtige Briefe abzuſchreiben, und ſie befand ſich ſeit fünf Minuten bei der Königin.
„Es iſt gut,“ ſaate Orthon,„ich werde warten.“
Mit den Oertlichkeiten vertraut, ging der junge Mann in das Schlafzimmer der Baronin und legte, nachdem er ſich überzeugt hatte, daß er allein war, das Billet hinter den Spiegel.
In dem Augenblick, wo er ſeine Hand von dem Spiegel zurückzog, trat Catharina ein.
Orthon erbleichte, denn es kam ihm vor, als wäre der raſche, durchdringende Blick der Königin zuerſt nach dem Spiegel gerichtet geweſen.
„Was machſt Du da, Kleiner?“ fragte Catharina. „Suchſt Du nicht Frau von Sauve?“
„Ja, Madame, ich habe ſie lange nicht geſehen, und mußte befürchten, für einen Ungezegenen zu gelten, wenn ich länger geſäumt hätte, ihr meinen Dank ab⸗ zuſtatten.“
„Du liebſt ſie alſo ſehr, dieſe theure Charlotte?“
„Von ganzem Herzen, Madame.“
„Und Du biſt treu, wie man mir ſagt?“
„Eure Majeſtät wird begreifen, daß dieß etwas ganz Natürliches iſt, wenn ſie erfährt, daß mich Frau von Sanve auf eine Weiſe gepflegt hat, welche ich als ein einfacher Diener nicht erwarten durſte,“
w


