Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1845)
Entstehung
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der Jagellonen, und während zwei polniſche Herren den Herzog von Anfru mit dem Königsmantel bekleideten, legte er dieſe Krone in die Hände von Karl.

Karl machte ſeinem Bruder ein Zeichen. Der Herzog von Anjon kniete vor ihm nieder, und Karl drückte ihm mit ſeinen eigenen Händen die Krone auf das Haupt.

Hierauf wechſelten die zwei Könige einen der ge⸗ häſſigſten Küſſe, die ſich je zwei Brüder gegeben haben.

Alsbald rief ein Herold:

„Alerander Eduard Heinrich von Frankreich, Herzog von Anjou, iſt zum König von Polen gekrönt worden. Es lebe der König von Polen!“

Die ganze Verſammlung wiederholte einſtimmig:

„Es lebe der König von Polen!“

Dann wandte ſich Lasco gegen die Königin von Na⸗ varra. Die Rede der ſchönen Fürſtin war bis zuletzt aufbewahrt worden. Da dies als eine Galanterie zu betrachten war, die man ihr zugeſtanden hatte, um ihren ſchönen Geiſt, wie man damals ſagte, glänzen zu laſſen, ſo horchte Jedermann mit großer Aufmerkſamkeit auf die Antwort, welche in lateiniſcher Sprache gegeben werden ſollte. Wir haben geſehen, daß Mggarethe ſie ſelbſt abgefaßt hatte.

Die Rede von Lasco war mehr eine Lobeserhebung, als eine Rede. Obgleich ganz und gar Sarmate, hatte er ſich doch der Bewundrung gefügt, welche Allen die ſchöne Königin von Navarra einflößte. Seine Sprache Ovid, ſeinen Styl aber Ronſard entlehnend, ſagte er, von Warſchau mitten in der Nacht abreiſend, hätten er und ſeine Gefährten den Weg nicht zu finden gewußt, wären ſie nicht, wie die Könige aus dem Morgenlande, und ſogar noch glücklicher als dieſe Könige, durch zwei Sterne geleitet worden. Dieſe Sterne ſeyen immer glänzender erſchienen, je mehr ſie ſich Frankreich ge⸗ nähert, und nun erkennen ſie, daß es nichts Anderes geweſen, als die zwei ſchönen Augen der Königin von

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